Zwangsheirat und Atheismus

von Tahmineh Rostami

Ich lebe im Exil, musste das Land, das ich liebe, für immer verlassen…

Tahmineh Rostami

Ich war immer was ich ein politisch denkender Mensch, der das Mittel der Kunst wählte, um auf Missstände hinzuweisen und etwas zu verändern. So studierte ich im Iran Literatur (Fiktion) und fokussierte mich auf das Thema der Freiheit. Außerdem leitete ich eine Theatertruppe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und gewann mehrere internationale Preise.

Ich schrieb, um die Rechte von Frauen und Gefangenen zu verteidigen, und wurde dafür viele Male gerügt. Doch ich wollte ihre Stimme gegen den erzwungenen Hijab laut auf den Straßen Teherans erklingen lassen und zog aus Protest gegen die Unterdrückung öffentlich mein Kopftuch aus! Die Konsequenz war, das ich auf der Straße angegriffen und geschlagen wurde.

Nach langen inneren Konflikten musste ich den Iran verlassen, weil der Druck zu groß war, um dort weiterleben zu können und die Ungleichheit zu bekämpfen. Zudem kamen persönliche Gründe hinzu, die meine Entscheidung zur Flucht unausweichlich machten. Ich wurde  in eine Ehe mit einem Mann gezwungen, den ich nicht liebte. Als ich immer wieder aufmüpfig wurde drohte man mir mich zu verbrennen oder mich zum Tode durch Steinigung zu verurteilen, falls ich mich nicht adäquat benehmen würde. Dieser Druck wurde vor allem wegen meiner politischen Überzeugungen auf mich ausgeübt, da ich Atheistin bin und mich gegen den Islam engagierte. Mein Leben war in meiner sehr religiösen Familie und diesem theokratischen Staat nicht mehr sicher. So war ich gezwungen mein Land zu verlassen. Als ich schon in Deutschland war, hat man mich auch noch gedroht, man schickte mir das Bild einer Säureflasche, das würde mich erwarten.

Allerdings hatte ich dabei immer die Hoffnung, ein Land zu erreichen, in dem ich sicher bin um frei für die Rechte der Frauen kämpfen zu können.

Ich habe ein Video über die Vernichtung von Frauen durch Verbrennen gemacht. Dies geschieht im Iran häufig. Es versucht zu erfassen, was eine religiöse Sexualmoral, der Jungfrauenkult, anrichtet.