Malaysia

Muslime 61 %, Buddhisten 20 %, Christen 9 %, Hindus 6 %, Konfuzianer, Taoisten und andere chinesische Religionen 1 %, Andere 1 %, Keine Religionszugehörigkeit 1 %. (2010)

Der (sunnitische) Islam genießt als so genannte „offizielle Religion des Staatswesens“ (Art. 3.1 der malaysischen Verfassung) besonderen Schutz. Dabei wird von einer dogmatisch reinen, von den Religionsbehörden definierten konservativen Version des sunnitischen Islams ausgegangen und gegen sogenannte „abweichende“ („deviant“) Auslegungen des Islams aktiv vorgegangen. Im Übrigen herrscht laut Verfassung weitgehende Religionsfreiheit. Allerdings ist seit 30 Jahren eine von der Regierung geförderte stärkere Betonung islamischer Traditionen, Gebote und Verbote zu beobachten, die zu einer fortschreitenden Islamisierung von Gesellschaft, Staat und Justiz führt. Für die muslimische Bevölkerungsgruppe urteilen Scharia-Gerichte auf der Basis islamischen Zivilrechts, der Verhängung von Strafen nach dem islamischen Strafrecht sind enge Grenzen bei der Strafbewehrung gezogen, auch wenn eine Ausweitung der Befugnisse derzeit auf der Grundlage eines oppositionellen Gesetzentwurfs lebhaft diskutiert wird. (Auswärtiges Amt, Februar 2018)

Strafen für Apostasie sind nicht verfassungskonform, allerdings obliegt die Autorität über Religionszugehörigkeit staatlich legitimierten Schariagerichten, die Apostasie de facto unmöglich machen. Strafen bis hin zu Todesstrafe werden zudem wiederholt gefordert.

Im August 2017 verursachte das Foto einer Atheisten-Versammlung in der muslimischen Gemeinschaft Aufruhr, nachdem es von pro-islamistischen Blogs hervorgehoben wurde, was zu Gewalt- und Todesdrohungen in sozialen Medien führte. Das Foto, das viral wurde, war einfach eine große Gruppe von Menschen, die lächelten und Friedenszeichen in der Kamera machten.

Das Problem ist größer als es scheint, weil diese Drohungen nicht nur von fundamentalistischen Islamisten kommen, sondern auch von hochrangigen Mitgliedern der malaysischen Regierung. Ein Regierungsminister in der zunehmend fundamentalistischen muslimischen Mehrheitsnation hat gesagt, dass Atheisten in Malaysia „gejagt“ werden sollten, weil sie gegen die Verfassung verstoßen, und er forderte islamische Gelehrte auf, Nichtgläubige umzuerziehen. Er forderte eine Untersuchung der Umstände dieses Treffens, insbesondere hinsichtlich der Beteiligung von Muslimen (oder Ex-Muslimen). Die malaysische Regierung wurde bisher als gemäßigtere islamische Gesellschaft betrachtet, aber diese Mäßigung könnte verschwinden. Es scheint, dass die malaysische Regierung nicht länger daran glaubt, dass niemand das Recht hat, das Leben oder die Freiheit einer anderen Person ins Visier zu nehmen, weil diese Person gegensätzliche Standpunkte vertritt. (Atheist Republic)

Die wachsende Aufmerksamkeit bei der kleinen Zahl (~ 1%), die bereit sind, sich als nicht religiös zu identifizieren, hat jedoch Regierungsbeamte und Polizei dazu gebracht, Atheisten zu bedrohen und zu leugnen, dass es ein Recht gibt, Atheismus unter der malaiischen Verfassung auszudrücken. Ethnische Malayen unterliegen strengen staatlichen Kontrollen einer erzwungenen, homogenen religiösen Identität, einschließlich zwingender Scharia-Gesetze, und in zwei Staaten, die Hudud-Erlässe sind, die den Tod wegen „Apostasie“ fordern.

Es gibt eine signifikante soziale Marginalisierung des Nicht-Religiösen oder Stigmas, die mit dem Ausdruck von Atheismus, Humanismus oder Säkularismus verbunden ist. (IHEU, 2016)

Kürzlich sagte der Stellvertretende Minister Asyraf Wajdi Dusuki, der dazu beitrug, das Vorgehen der Ex-Muslime zu leiten, im Parlament, dass der Atheismus verfassungswidrig sei und sowohl der Bundesverfassung als auch dem Rukunegara widerspreche. „Wir müssen verstehen, dass im malaysischen Kontext unsere Bundesverfassung besagt, dass die Religionsfreiheit keine Freiheit von Religion ist“, sagte er. (Atheist Republic, 2017))

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