Marokko

Muslime 98,7 % (Sunniten), Christen 1,1, %, Juden 0,2 %.

Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie. Der König ist sowohl weltlicher als auch geistlicher Führer. Laut Artikel 6 der marokkanischen Verfassung ist der sunnitische Islam Staatsreligion.

Seitens des Staates gibt es keine strafrechtlichen Sanktionen gegenüber Konvertiten. Der Glaubensabfall vom Islam wird aber in der traditionellen Gesellschaft Marokkos in Übereinstimmung mit der islamischen Tradition stark missbilligt und führt bei Bekanntwerden in der Regel zu sozialer Ausgrenzung. Zwar ist die Scharia nicht Gesetz in Marokko; Diskriminierung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Da die Marokkaner weitaus stärker in Familie und Verwandtschaft eingebunden sind als dies im Westen üblich ist, kann das unmittelbare Folgen für die Existenzsicherung haben. (BAMF)

Das Strafgesetzbuch verbietet jedoch Versuche von Nicht-Muslimen, „den Glauben der Bürger vom sunnitischen Islam zu erschüttern“ und bestraft jeden, der „Verlockungen anwendet“, den Glauben eines Muslims zu untergraben mit sechs Monaten bis drei Jahren Haft.

Die Verfassung und das Gesetz über den Mediensektor verbieten es jedem Bürger, einschließlich Parlamentarier, die normalerweise vor einer Festnahme gefeit sind, den Islam in öffentlichen Plattformen wie Print- oder Online-Medien oder öffentliche Reden zu kritisieren. Solche Äußerungen werden mit Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe von 200.000 Dirham (19.700 US-Dollar) bestraft.

Die Regierung beschränkt weiterhin die Verbreitung nicht-islamischen religiösen Materials sowie einiger islamischer Materialien, die mit der Maliki-Ashari-Schule des sunnitischen Islam nicht vereinbar waren. Ihre Politik besteht weiterhin darin, den Verkauf aller Bücher, Videobänder und DVDs, die sie für extremistisch hielt, zu kontrollieren.

Angehörige nicht anerkannter religiöser Minderheiten sagen, dass die Angst vor gesellschaftlicher Belästigung, einschließlich Ächtung durch Familien von Konvertiten, sozialer Spott, Diskriminierung am Arbeitsplatz und potentieller Gewalt gegen sie durch „Extremisten“ der Hauptgrund für die diskrete Ausübung ihres Glaubens sei. Mitglieder des Bahai-Glaubens sagten, sie seien offen gegenüber ihrem Glauben mit Familie, Freunden und Nachbarn, aber gefürchtete extremistische Elemente in der Gesellschaft würden versuchen, ihnen Schaden zuzufügen, was sie dazu veranlasste, die lokale Polizei um Schutz bei ihren Versammlungen zu bitten. Schiitische Muslime sagten, dass sie in einigen Gegenden, besonders in großen Städten im Norden, ihren Glauben nicht vor der Familie, Freunden oder Nachbarn verbargen, aber viele vermieden es weiterhin, ihre Religionszugehörigkeit in Gebieten zu offenbaren, in denen ihre Zahl kleiner war. (U.S.St.Dept.)

Das dürfte noch ausgeprägter für Atheisten gelten.

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