Sudan

Sunniten (70 %) im Norden, Indigene Religionen 25 %, Christen 5 %.

Im Hinblick auf Konversion vom Islam unterliegen Verdächtige einer genauen Überprüfung, werden eingeschüchtert und manchmal von Angehörigen der Sicherheitskräfte, die hierfür straflos bleiben, gefoltert. Allerdings wurden nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes Fälle von Strafverfolgung wegen Apostasie, die nach dem Gesetz mit der Todesstrafe zu ahnden ist, nicht bekannt.

USCIRF (United States Commission on International Religious Freedom) zufolge wurde die Strafbarkeit von Blasphemie benutzt, um diejenigen einzuschüchtern, die missliebigen Ansichten Ausdruck verliehen. In den letzten Jahren seien solche Beschuldigungen gegen Personen -darunter den früheren Präsidentschaftskandidaten der SPLM Yassir Aman – erhoben worden, die sich dafür einsetzten, Nicht-Muslime von der Anwendung der Scharia auszunehmen oder für einen säkularen Staat eintraten. Die Kommunistische Partei werde regelmäßig der Gotteslästerung beschuldigt.

Ein weiterer Aspekt der Scharia, der ins staatliche Recht Eingang gefunden hat, ist die Möglichkeit der Verhängung der Todesstrafe bei Apostasie. Allerdings kann der Verurteilte die Vollstreckung des Urteils durch Sprechen des islamischen Glaubensbekenntnisses abwenden.

Nach dem Strafvollzugsgesetz von 1992 kann der Justizminister mit einer Empfehlung zur Strafaussetzung durch den Generaldirektor der Gefängnisse und ein Komitee, das sich mit dem Ministerium für Religiöse Orientierung und Stiftungen berät, jeden Strafgefangenen entlassen, der in der Haft den Koran auswendig gelernt hat. (BAMF)

Abschnitt 125 des sudanesischen Strafgesetzes verbietet „Beleidigung der Religion, Anstiftung zum Hass und Verachtung für religiöse Überzeugungen“. Der Abschnitt umfasst als Strafen: Freiheitsstrafe, Geldstrafe und maximal 40 Schläge. Im Dezember 2007 wurde die Sektion gegen zwei ägyptische Buchhändler eingesetzt. Sie wurden zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie ein Buch verkauften, das das Gericht als Beleidigung für Aisha, eine Frau des Propheten Mohammed, ansah.

Im Mai 2005 verhafteten die Behörden Mohammed Taha Mohammed Ahmed und beschuldigten ihn, gegen Abschnitt 125 verstoßen zu haben. Ahmed war der Chefredakteur einer Tageszeitung Al-Wifaq. Die Zeitung hatte einen Artikel über ein 500 Jahre altes islamisches Manuskript veröffentlicht, in dem es heißt, der wahre Name von Mohammeds Vater sei nicht Abdallah, sondern Abdel Lat oder Slave of Lat, ein Idol der vorislamischen Ära. Ein Gericht verurteilte Al-Wifaq mit acht Millionen sudanesischen Pfund – die Zeitung wurde drei Monate lang geschlossen -, sprach aber Ahmed frei. Ahmed wurde im September 2006 enthauptet gefunden. (Wikipedia)

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