Politische Forderungen

Die „Säkulare Flüchtlingshilfe“ wurde gegründet, weil es im Umgang mit religionsfreien Flüchtlingen gravierende Missstände gibt, die behoben werden müssen. Das oberste Ziel des Vereins ist es daher, sich selbst durch Beseitigung der Missstände überflüssig zu machen. Hierfür müssen zwei zentrale politische Forderungen erfüllt werden:

1. Gewährleistung eines wirksamen staatlichen Schutzes für religionsfreie Flüchtlinge in Deutschland

Das heißt u.a. Unterbringung der Betroffenen getrennt von gläubigen Muslimen; Polizeischutz und Hilfe beim Annehmen einer anderen Identität, falls sie Verfolgungen aus ihrem Herkunftsland oder durch Islamisten allgemein ausgesetzt sind; Geheimhaltung sensibler Daten von Seiten aller beteiligten Behörden.

2. Selbstverständliche Anerkennung der Apostasie als Asylgrund

– und zwar nicht nur bei Verfolgung staatlicherseits, sondern ausdrücklich auch bei drohender Verfolgung durch Privatpersonen im Herkunftsland.

Wir fordern die Leitung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf, für eine diesbezügliche Schulung aller Entscheidungsträger zu sorgen. Leider wissen zu wenige von ihnen, dass Apostasie noch immer mit der Todesstrafe geahndet wird, was die Vertreter des politischen Islam u.a. mit Koransure 9:74 legitimieren („Wenden sie sich vom Glauben ab, so wird Allah sie in dieser Welt und im Jenseits mit schmerzlicher Strafe bestrafen“). Im Sudan, Jemen, Iran, in Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, Afghanistan, Somalia und Mauretanien ist für den Abfall vom Islam die Todesstrafe vor gesehen, die Hinrichtungen werden mitunter in der Öffentlichkeit durchgeführt.

In jenen Ländern, in denen der Abfall vom Glauben keine strafrechtlichen Konsequenzen hat, drohen zivilrechtliche Folgen, die ebenfalls mit dem klassischen islamischen Recht begründet werden. So kann die Ehe mit einem Apostaten aufgelöst werden und der „Ungläubige“ das Recht verlieren, die eigenen Kinder zu erziehen. Auch die sozialen Folgen sind oft verheerend: Menschen, die sich tatsächlich oder vermeintlich vom Islam abwenden, müssen mit sozialer Ächtung, Verlust des Arbeitsplatzes sowie mit massiven Drohungen und Übergriffen durch Dritte rechnen.

Hinzu kommt, dass die Familien den „Ab weichlern“ oft mit völligem Unverständnis, ja blankem Hass gegenüber stehen, da Glaubensabfall für sie „Schande“ und „Verrat“ bedeutet. Dies trifft Frauen besonders hart, denn sie gelten in der orientalischen Tradition als Trägerinnen der „Familienehre“, was nicht selten tödliche Folgen hat.

In deutschen Behörden wird dies allerdings gerne ignoriert: So musste sich eine von uns betreute junge Frau aus Dubai von einem Sachbearbeiter anhören, dass sie doch aus einem sicheren Land komme, in dem europäische Urlauber problemlos am Strand liegen. Dass sie sich im Falle einer Abschiebung nur über eines sicher sein konnte, nämlich von ihren Brüdern zur Wiederherstellung der „Familienehre“ ermordet zu werden, überstieg den Horizont des amtlichen „Migrationsexperten“.

Säkulare Flüchtlinge können sich trotz ihrer besonderen Bedrohungslage oft nicht sicher sein, ob ihnen das Recht auf Asyl in Deutschland gewährt wird. Wenn ein Muslim zum Christentum konvertiert, verlässt sich die Behörde im Asylverfahren auf das Urteil des örtlichen Pfarrers. Atheisten müssen auf die Fürsprache eines Geistlichen naturgemäß verzichten. Diese Ungleichbehandlung wollen wir beseitigen.

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