Mauretanien

Muslime: 100 %.

Die Verfassung definiert das Land als islamische Republik und bezeichnet den Islam als die einzige Religion der Bürger und des Staates. Nur Muslime dürfen Bürger sein und Konvertiten verlieren das Bürgerrecht.

Apostasie ist ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft werden kann.

Artikel 306 besagt, dass „jeder Muslim, der sich des Verbrechens des Abfalls schuldig gemacht hat, sei es durch Worte oder durch Handlungen offensichtlicher oder offensichtlicher Art, aufgefordert wird, innerhalb von drei Tagen zu bereuen. Wenn der Angeklagte innerhalb dieser Zeit nicht umkehrt, soll er zum Tode verurteilt werden, und sein gesamter Besitz soll von der Regierung beschlagnahmt werden.“ Derselbe Artikel sieht vor, dass, wenn der Verurteilte vor seiner Hinrichtung „bereut“, der mauretanische Oberste Gerichtshof das Todesurteil zu einer Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren umwandeln kann.

Am 15. November 2016 hörte der Oberste Gerichtshof Argumente im Fall des Bloggers Mohamad Cheikh Ould Mohamad Ould Mkheytir, der oft als MKheytir bekannt ist. MKheytir wurde im Dezember 2014 wegen Apostasie für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Bei der Anhörung im November für MKheytirs Fall protestierten Hunderte von Personen außerhalb des Gerichtsgebäudes und forderten seine Hinrichtung. Der Fall stand Ende des Jahres noch vor dem Obersten Gerichtshof. (U.S.St.Dept.)

Im November 2015 wurde die Lage der Menschenrechte in Mauretanien im Rahmen der Allgemeinen Regelmäßigen Überprüfung durch den UN-Menschenrechtsrat begutachtet. Die Regierung lehnte 58 Empfehlungen, u. a. zur Abschaffung der Todesstrafe und zum Tatbestand „Abfall vom Glauben“ jedoch ab.

Im Dezember 2014 verurteilte ein Gericht in Nouadhibou im Nordwesten Mauretaniens den Blogger Mohamed Mkhaïtir, der fast ein Jahr lang in Untersuchungshaft festgehalten worden war, wegen Abfalls vom Glauben (Apostasie) zum Tode. Er hatte in einem Blog kritisiert, dass die Religion dazu benutzt werde, bestimmte gesellschaftliche Gruppen auszugrenzen. Während der ersten sechs Monate seiner Inhaftierung wurde er in einer Zelle ohne Toilette oder Dusche in Einzelhaft gesperrt. Im November 2017 änderte ein Berufungsgericht die Todesstrafe in zwei Jahre Gefängnis um und er wurde auf freien Fuß gesetzt. (AI)

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