Maryam – Überleben in einer frauenfeindlichen Gesellschaft

Interview von Karrar al Asfoor.

„Der Hijab steht für Empowerment und Befreiung – als Symbol des Feminismus.“ Mit diesem Slogan wird der Schleier (Hijab) in der westlichen Welt als Ausdruck von Frauenrechten und in Kampagnen gefeiert, beispielsweise beim sogenannten „World Hijab Day“.

Maryam

Diese Aussage, die ich zum ersten Mal gehört habe, als ich nach Europa kam, unterscheidet sich radikal von der Propaganda, die dort gefördert wird, wo ich aufgewachsen bin – im Irak. Die Macht wird dort nur den Männern zugeschrieben, während Frauen gehorsam sein müssen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter wird als ein Zeichen der gesellschaftlichen Zersetzung angesehen. Somit stehen feministische Bewegungen im Verdacht, die Gesellschaft zerstören zu wollen.

Dieser Gegensatz in der Wahrnehmung ließ mich neugierig werden. Weshalb repräsentiert das religiöse Symbol des Hijab in zwei unterschiedlichen Gesellschaften so gegensätzliche Werte?

Aus diesem Grunde entschloss ich mich, ein Interview mit der im Irak lebenden feministischen Aktivistin Maryam zu führen, um mehr über die Frauenrechtssituation in einem Land zu erfahren, in dem das Tragen des Schleiers stark verbreitet ist.

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Asyl abgelehnt trotz Verfolgung im Iran

Gastbeitrag von Mostafa Mostafania

Mostafa Mostafania

Ich heiße Mostafa Mostafania. Ich lebte in Rasht, Iran, und bin in einer nicht religiösen Familie aufgewachsen.

Ich hatte viele Fragen zur islamischen Lehre und weshalb sie sich so sehr vom täglichen Leben der Menschen unterscheidet. Hinzu kam, dass sich durch mein Studium im Bereich der Physik und Mathematik mein Blich auf die Religion verändert hatte. Da ich vor ca. 10 Jahren zudem islamische Philosophie und Rechtswissenschaft studiert habe, hat sich meine Sicht auf die Religion geändert und ich habe sie verlassen.

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Saudi-Arabien: Mein Weg zum Atheismus

Gastbeitrag von Rosilea .M

Seit ich begonnen habe, die Welt um mich herum zu begreifen, habe ich mich immer unwohl gefühlt, von Traditionen, eintönigem Alltag und Regeln umgeben zu sein.

Rosilea .M

Ich liebte es, mich anders auszudrücken. Ich gab mich meinen Tagträumen und dem Schreiben von Geschichten hin, um meine Langeweile zu vertreiben (die meisten davon waren in meinem Kopf). Dies war meine geistige Flucht und ein Bewältigungs­mechanismus.

Es gab eine Zeit, in der ich mich fragte, warum ich vernachlässigt wurde? Warum wurde ich schlecht behandelt, aber nie so schlecht, wie wenn ich meine säkularen Überzeugungen zum Ausdruck brachte? Ich wurde sogar schlechter behandelt als im Alter von 15 Jahren, als bei mir klinisch Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, nachdem die ersten Symptome mit 14 Jahren aufgetreten waren.

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Atheismus im Iran

Gastbeitrag von Sina Nasiri

Sina Nasiri

„Es war der 21. Oktober 2015, und ich kam wie immer von der Kaserne nach Hause zurück, wo ich mitten auf dem Weg von der iranischen Geheimdienstorganisation (Sepah) verhaftet wurde, die mich in das Zentralgefängnis von Arak brachten. Nach langen Folterungen und Verhören und unter schwerem Druck zwangen sie mich, meine Taten zu gestehen, und verurteilten mich zur Todesstrafe.“

Dies ist die Geschichte des iranischen Staatsbürgers Sina Dehghan, welcher der so genannten Blasphemie beschuldigt wird. Seine Probleme mit dem islamischen Regime Iran begannen, als er beschloß, einen Kanal in Line, einer Freeware-App, einzurichten, um seine Ideen zuim Islam aufzuschreiben und sich kritisch mit dem Koran auseinanderzusetzen. Jetzt wartet er auf die Todesstrafe.

Dies ist nur einer von vielen Fällen ehemaliger muslimischer Iraner, die ihr Leben riskierten, um ihre Ideen zum Ausdruck bringen zu können, Menschen, die als Muslime geboren wurden, dann aber die islamische Religion verließen. Obwohl ihre Zahl in den letzten Jahren zugenommen hat, sehen sie sich aufgrund ihres Glaubensabfalls in der islamischen Gesellschaft immer noch der Ächtung oder Vergeltung durch ihre Familien und ihres Umfelds ausgesetzt.

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Menschenrechtsaktivisten in Mauretanien wegen Blasphemie in Haft

Gastbeitrag yon Yahya Ekhou

Behörden der Islamischen Republik Mauretanien haben vor zwei Monaten mit der groß angelegten Inhaftierungswelle gegen Menschenrechtsaktivisten begonnen.

Othman Mohamed Lehbib

Als Folge dieser Maßnahmen wurden zwölf Menschen verhaftet, unter ihnen Journalisten, Autoren und Menschenrechtsaktivisten wie Cheikh Nouh, Emine Houd, Mekfoula Ibrahim und Mini Ibrahim. Während der Untersuchungen der nationalen Sicherheitsbehörden wurden die Beschuldigten für mehrere Tage in Einzelhaft verbracht. Neun von den Angeklagten durften nach dieser Zeit die Haft unter richterlichen Auflagen verlassen. Ihnen ist nicht gestattet das Land zu verlassen.

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Glaubensabfall im islamischen Gottesstaat Iran als Fluchtgrund

Ein Gastbeitrag von Mohamad Hosein Tavasolli

Der Iran ist eines von 12 Ländern, in dem beim Abfall vom islamischen Glauben die Todesstrafe droht. Mohamad Hosein Tavasolli mussten deswegen aus dem islamischen Gottesstaat fliehen. Dennoch wurde sein Asylantrag abgelehnt, seine Abschiebung wurde lediglich ausgesetzt.

Mit 16 Jahren Atheist und damit Fremdkörper im islamischen Gottesstaat Iran

Mohamad Hosein Tavasolli

Ich bin in einer gut situierten, offenen und liberalen Familie in Shiraz aufgewachsen, die moderat religiös war. Mit ca. 16 Jahren (2012) habe ich für mich konstatiert, dass ich nicht mehr an einen Gott glauben kann und ich damit Atheist bin. Im Alter von ca. 18 Jahren (2014), habe ich regelmäßig an Treffen einer Gruppe von vertrauens­würdigen gleichgesinnten Atheisten teilgenommen. Nachdem ich während einer Autofahrt telefonisch erfahren habe, dass einer unserer Gruppentreffpunkte vom iranischer Sicherheitsdienst Etelat durchsucht wurde bin ich sofort untergetaucht und habe mich bei Freunden in einer weiter entfernten Stadt versteckt. Ein Freund hat für mich innerhalb von 10 Tagen einen gefälschten Pass mit Visum besorgt, mit dem ich am 15.12.2015 vom Flughafen Khomenei in Teheran nach Athen fliegen konnte. Von dort bin ich weiter nach Düsseldorf geflogen und am nächsten Tag in Deutschland angekommen. Seitdem läuft mein Asylverfahren. „Glaubensabfall im islamischen Gottesstaat Iran als Fluchtgrund“ weiterlesen

„Es ist, als ob man eine sehr alte und staubigen Maske abnimmt“ – Religionsfrei im Jemen

Immer mehr Menschen in der islamischen Welt verlassen ihre Religion. Viele tun dies im Stillen, doch manche schreiben darüber. Ein besonders faszinierendes Beispiel hierfür ist der Blog einer jungen Frau aus dem Jemen. Es gehört viel Mut dazu sich mitten aus diesem konservativen Land, in welchem zudem seit fast vier Jahren Krieg herrscht, kritisch zum Islam zu äußern.

Uns ist es gelungen zu dieser außergewöhnlich mutigen Frau Kontakt aufzunehmen. Uns interessierte, wer hinter dieser Facebookseite steckt. Wir waren bei unserer Befragung jedoch darauf bedacht, dass ihre Identität gewahrt bleibt und haben keine Fragen gestellt, die ihre Identität verraten könnten.

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