Säkulare Flüchtlingshilfe spricht im EU Parlament

Die Säkulare Flüchtlingshilfe beschrieb die besondere Lage der Atheisten mit muslimischem Hintergrund, die in Deutschland Asyl suchen. An Beispielen illustrierte Stefan Paintner die Methoden, wie Kritiker in Europa mit großer Wirksamkeit zum Schweigen gebracht werden, wie der Beschattung saudischer Geflüchteter durch saudische Behörden oder den Aktivitäten islamistisch, schiitischer Milizionäre (z.B. der Rockerbande „Al Salam 313“, welche vor kurzem von der Polizei mit einer Großrazzia in den Fokus genommen wurde). Es trauten sich unter diesen Umständen nur sehr wenig Betroffene zu sprechen und diese benötigten besonderen Schutz.

Weiterhin stellte er auch konkrete Forderungen zum Verfahren. So solle eine Vertrauensperson der geflüchteten Person bei der Asylbefragung anwesend sein dürfen, um die korrekte Vermittlung des Gesagten zu kontrollieren. Es seien schon öfters wesentliche Inhalte bei den Asylgesprächen nicht oder nicht richtig übersetzt worden. Des weiteren solle die für Deutschland geltende Wohnsitzauflage für nichtreligiöse Asylsuchende ersatzlos gestrichen werden, da dies die Sicherheit der Betroffenen stark erhöhe.

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„Es ist, als ob man eine sehr alte und staubigen Maske abnimmt“ – Religionsfrei im Jemen

Immer mehr Menschen in der islamischen Welt verlassen ihre Religion. Viele tun dies im Stillen, doch manche schreiben darüber. Ein besonders faszinierendes Beispiel hierfür ist der Blog einer jungen Frau aus dem Jemen. Es gehört viel Mut dazu sich mitten aus diesem konservativen Land, in welchem zudem seit fast vier Jahren Krieg herrscht, kritisch zum Islam zu äußern.

Uns ist es gelungen zu dieser außergewöhnlich mutigen Frau Kontakt aufzunehmen. Uns interessierte, wer hinter dieser Facebookseite steckt. Wir waren bei unserer Befragung jedoch darauf bedacht, dass ihre Identität gewahrt bleibt und haben keine Fragen gestellt, die ihre Identität verraten könnten.

Du lebst als junge Frau im Jemen. Wie ist die Situation für Frauen dort und wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert?

Die Situation für die Frauen hier ist absolut schrecklich und hat sich in den letzten Jahren noch verschlimmert. Jemen ist speziell für Frauen sehr unsicher geworden. Es gibt heute mehr denn je Entführungen und Vergewaltigungen, gefolgt von „Ehren“-Morden“. Viele Frauen entscheiden sich dafür, dies nicht zu thematisieren, aus Angst vor Misshandlung, Scham und Verurteilung durch die Menschen um sie herum, denn das bringt Schande über ihre Familien. Frauen werden zu Ehen gezwungen, die sie nicht wollen, in denen sie unglücklich sind. Die Menschen hier glauben, dass die Ehe das wichtigste Ziel ist, das Frauen erreichen können, und dass sie wichtiger ist als Bildung. Einige Familien erlauben ihren Töchtern nicht einmal, zur Schule zu gehen. In einigen Teilen des Landes finden immer noch Kinderehen statt. Ich habe persönlich junge Mädchen gekannt, bei denen ich sah, dass sie mit alten Männern verheiratet wurden. Einige von ihnen waren meine Klassenkameradinnen in der Grundschule. Ich habe online gelesen, dass die Kinderehe in den letzten Jahren wegen des Krieges sogar auf dem Vormarsch war, da Familien ihre Töchter für Geld in die Ehe verkaufen, weil sie arm sind.

Was würdest du dir für dein Land wünschen?

Erstens, dass der Krieg aufhört, denn er verursacht so viel Leid. Zweitens möchte ich den Tag erleben, an dem mein Volk zu akzeptieren beginnt, dass Veränderung nicht schlecht ist und dass das Brechen mit Gewohnheiten und Traditionen sogar Vorteile haben kann. Jeder weiß, dass im Jemen im Moment Krieg herrscht, doch was weiß man noch über dieses Land?
Der Jemen hat eine sehr lange Geschichte und eine einzigartige Kultur. Aber anstatt die gleichen historischen Ereignisse ständig zu wiederholen, müssen wir endlich von üblen Gewohnheiten und Traditionen lösen und uns an den guten orientieren. Es ist bereits 2019, doch die Menschen leben bis heute in der Vergangenheit. Das macht mich, um ehrlich zu sein, ziemlich traurig.

Du bist nicht mehr religiös. Warum glaubst du nicht mehr an den Islam? Und seit wann?

Ich war nie eine strenggläubige Muslimin, doch immerhin glaubte ich, dass der Islam die Perfektion sei und ohne Makel, dass es keine Fehler und Löcher darin gäbe, die man kritisch hinterfragen könnte. Doch seit meiner Kindheit fühlte ich mich immer schuldig, weil ich nicht dem gefolgt bin, was meine Religion mich gelehrt hat. Ich hatte Angst, für immer in der Hölle zu brennen. Ich erinnere mich, als ich im Badezimmer meiner Schule zum ersten Mal meinen Hijab abgenommen habe,  mich im Spiegel ansah und anfing, mich selbst kritisch zu betrachten. Aber ich konnte nicht verstehen, warum ich mich immer noch äußerst schuldig fühlte und gleichzeitig Angst davor hatte, dass jemand plötzlich an die Tür klopft. Also fing ich an, mehr und mehr zu lesen, verschiedene Leute online zu treffen und mich mit ihnen über meine gemischten Gefühle bezüglich des Islams auszutauschen, bis es eines Tages Klick machte und ich einige Dinge klar erkannte. Zum Beispiel tauchten in meinem Kopf einige Fragen auf wie: Warum sollten andere Menschen den Islam hassen, wenn es doch eine friedliche Religion ist. Warum würde Allah mich dafür bestrafen, dass ich seine Regeln nicht befolgt habe? Warum kümmert sich dieser Allah immer um Frauenhaare und -körper und warum töten Menschen im Namen dieses Gottes? Ist er überhaupt da draußen und wenn er wahr ist, warum will er dann diejenigen verbrennen, die nicht an ihn glauben? Ich fing an, viele Fehler in dem zu finden, was der „Eine und einzige Gott“ sein sollte, also hörte ich auf, zu ihm zu beten. Ich würde mich ja auch nicht mit so unnachgiebigen, wütenden und narzisstischen Menschen abgeben – also, warum sollte ich einen Gott mit diesen Eigenschaften anbeten?

»Ich sehe kein Schwarz-Weiß mehr, mein Inneres ist jetzt voller schöner Farben.«

Wie hat sich das Leben für dich im Jemen verändert, seitdem du den Islam verlassen hast?

Mental hat sich für mich sehr viel verändert. Ich fühlte mich, als würde ich genau hier und jetzt wiedergeboren. Es ist, als ob man eine sehr alte und staubigen Maske abnimmt, die ich jahrelang tragen musste. Obwohl ich immer noch gezwungen bin, die Burka zu tragen, ist die Frau dahinter nicht mehr die gleiche Frau wie vorher. Ich sehe kein Schwarz-Weiß mehr, mein Inneres ist jetzt voller schöner Farben.

Es ist sehr gefährlich, den Islam zu verlassen. Die Artikel 12 und 259 des jemenitischen Strafgesetzbuches sehen die Todesstrafe für Apostasie vor. Wie gehst du damit um? Kannst du die Tatsache verbergen, dass du kein Muslim mehr bist?

Wie viele andere Ex-Muslime habe ich keine andere Wahl, als meine Identität zu verbergen und vorsichtig zu sein, wenn es darum geht, Details preiszugeben, die mich mein Leben kosten könnten. Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich extrem einsam und deprimiert fühlte, sodass mir alles egal war. So postete ich meine Bilder auf Social Media Plattformen und hörte auf, zu Hause zu beten. Das war nicht besonders klug von mir, um ehrlich zu sein. Aber wie gesagt, es war mir egal, ob ich am nächsten Tag noch lebe oder tot bin. Aber da die Leute, die ich online traf, zu mir standen und mir zeigten, dass ich nicht allein bin, habe ich beschlossen, vorsichtiger zu sein und über jeden Zug nachzudenken, den ich mache, weil jede unbedachte Tat meine letzte sein könnte.

Besteht nicht die große Gefahr, dass deine Familie herausfindet, dass du nicht mehr gläubig bist?

Meine Familie weiß, dass ich mich von anderen typischen jemenitischen Mädchen unterscheide, die sich artig verhalten und sehr religiös sind. Aber keiner von ihnen weiß, dass ich nicht mehr täglich bete, dass ich den Islam verlassen habe und dass ein paar Internetfreunde Fotos von mir gesehen haben. Die Männer in meiner Familie kontrollieren uns Frauen sehr stark und wenn sie das jemals herausfinden, dann bin ich in großer Gefahr. Für meinen Glaubensabfall würde ich sehr wahrscheinlich bestraft werden, möglicherweise mit dem „Ehren“-Mord. Meine Schwester ist auch nicht mehr religiös. Glücklicherweise stehen wir uns sehr nahe, so dass wir uns immer wieder gegenseitig den Rücken stärken.

Du betreibst eine Facebook-Seite, die der Religion kritisch gegenübersteht und sich für Freiheit, insbesondere für Frauen, einsetzt . Warum gehst du ein solches Risiko ein entdeckt zu werden?

Die meisten Menschen in meiner Gesellschaft sind gezwungen, an etwas zu glauben, ohne eine Alternative gehabt zu haben. Ich möchte, dass meine Mitmenschen ihre Herzen für neue Gedanken und Ideen aus einem anderen Jemen öffnen und über den Tellerrand hinausblicken. Meine Seite ist wie eine offene Tür für jeden, der Antworten außerhalb des religiösen Kontextes sucht und wissen will, wie es ist, ein Freidenker zu sein.

Was würde passieren, wenn deine Familie herausfinden würde, dass du diese Facebook-Seite betreibst?

Absolut schreckliche und ungerechte Dinge würden mich erwarten. Dazu gehört, dass ich körperlich geschlagen, emotional und geistig missbraucht werde und ohne meine Zustimmung zwangsverheiratet werde. In meiner Gesellschaft sagt man, dass man eine Frau nicht freigelassen werden darf, denn sonst tut sie am Ende sündhafte Dinge und deshalb braucht sie einen Mann in ihrem Leben, der sie kontrolliert. Schon das Nachdenken darüber, was mich erwartet, ist erschreckend.

Was wünschst du dir persönlich für dein Leben?

Ich möchte wissen und fühlen, wie es ist, in einer gesunden und sicheren Umgebung zu sein, und ich möchte anderen helfen, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Ich möchte in der Lage sein, für mich selbst zu sprechen, ohne die Folgen befürchten zu müssen. Ich möchte auch, dass andere Menschen wissen, dass der Jemen mehr ist als nur der Krieg, von dem man in den Nachrichten hört, und dass sie vom Leben der normalen Frauen hier erfahren. Es gibt Menschen wie mich, die eine Veränderung bewirken und etwas für unsere Gesellschaft tun wollen. Ich bin keineswegs religiös, aber ich möchte eine Botschaft senden, dass der Jemen für alle sein sollte, ob religiös oder nicht, Muslime, Juden oder Christen, und dass wir, wenn wir alle zusammenleben und unsere Unterschiede akzeptieren können, wieder auferstehen können.

Vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir alles Gute und dass all deine Wünsche eines Tages in Erfüllung gehen werden.

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Deutsches Institut für Menschenrechte für Kinderkopftuch

Eine Publikation des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) spricht sich gegen ein Verbot des Kinderkopftuchs aus. Organisationen die sich für die Rechte von Frauen einsetzen, wie z.B. auch TERRE DES FEMMES, halten das für das falsche Signal im Kampf für die gleichen Rechte für Mann und Frau. Auch die Säkulare Flüchtlingshilfe e. V. wurde hierzu um ein Statement gebeten und wir sind diesem Wunsch gerne nachgekommen:

Die Säkulare Flüchtlingshilfe e. V. setzt sich für ein Kopftuchverbot von Kindern unter 14 Jahren ein.
Wir verstehen die Religionsfreiheit dahingehend, dass jeder Mensch frei seine Religion wählen kann, sich aber auch frei dazu entschließen kann nicht religiös zu sein. Um aber diese Religionsfreiheit gewährleisten zu können ist es notwendig, junge Menschen weltanschaulich neutral zu bilden und ihnen die Möglichkeit zu geben sich frei zu entfalten, damit sie die für sich richtige Entscheidung treffen können. So verstehen wir auch den Schutz der Kinder, wie er ursprünglich von den Vereinten Nationen gefordert wurde.
Religionsverbände versuchen schon seit langem die Religionsfreiheit nicht als individuelles Recht, sondern als Recht der Religionsgemeinschaften an ihren Mitgliedern umzudeuten. Diese Interpretation lehnen wir ab, da sie dem Wesen der individuellen Menschenrechte zutiefst widerspricht.
Wir haben als Säkulare Flüchtlingshilfe e.V. viel mit Frauen zu tun, die fliehen mussten, da die religiösen Gemeinschaften in ihren Heimatländern eben dieses kollektive Recht an ihnen eingefordert hatte. Diese Frauen halten das Kopftuch, gerade bei Kindern, als eines der wichtigsten Werkzeuge, dieses Kollektivrecht am Individuum durchzusetzen.

Wir können die Uminterpretation der UN-Kinderrechtskonvention im Sinne der Religionsgemeinschaften durch das DIMR nicht nachvollziehen und lehnen diese als total verfehlt ab.

Stefan Paintner
Vorstand der Säkularen Flüchtlingshilfe e. V.

Publikation des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR)
https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Information/Information_26_Religionsfreiheit.pdf

Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ von TERRE DES FEMMES
https://www.frauenrechte.de/kinderkopftuch

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Schiitische Islamisten bedrohen Menschenrechtsaktivistin in Deutschland

Islamistischer Terrorismus beherrscht schon seit vielen Jahren immer wieder die Schlagzeilen in den europäischen Medien. Die Anschläge im Bataclan, in Brüssel, bei Charlie Hebdo, um nur einige zu nennen. Sie zeigen das grausame Gesicht des religiösen Extremismus. Alle diese Anschläge sind von sunnitischen Muslimen begangen worden, die sich im Internet von den Ideen des Islamischen Staats, oder in Moscheen von entsprechenden Predigten aufhetzen ließen. Was dabei vergessen wird ist, dass es denselben Extremismus auch aufseiten der schiitischen Muslime gibt. Wir erinnern uns an die Todesfatwa, die 1989 gegen den britischen Autor Salman Rushdie ausgesprochen wurde und u.a. auch von dem bekannten Musiker Yusuf Islam (ehemals Cat Stevens) öffentlich gefordert wurde. Rushdie musste daraufhin viele Jahre untertauchen. Nach dem Angriff der USA auf den Irak hat sich dort eine schiitische Miliz gebildet, die ähnlich extreme Ansichten vertritt wie der sunnitische IS. Nur die Strategie, die sie verfolgen ist eine andere.

Worood Zuhair

Ich treffe mich mit der bekannten atheistischen Bloggerin Worood Zuhair in einem Café in einer deutschen Großstadt. Sie hatte mich kontaktiert, da die Todesdrohungen gegen sie immer massiver wurden. Wir, die Säkulare Flüchtlingshilfe e.V., begleiten die junge Frau schon seit ihrer Ankunft in Deutschland. Sie stammt aus der heiligen Stadt der Schiiten, Kerbela im Irak. Schon dort hatte sie sich vom Islam abgewandt, nachdem sie erkannte, dass all die Gräuel, die der Islamische Staat im Namen des Islam begingen, so auch von dem Propheten Mohammed begangen wurden. Dies führte innerhalb ihrer Familie zu immer größeren Spannungen, sodass sie eines Tages von ihrem eigenen Bruder in den Querschnitt geprügelt wurde. 2015 floh sie über die Türkei nach Europa. Seitdem setzt sie sich im Internet für die Frauenrechte, speziell im Irak, ein. Sie macht für die Rückständigkeit ihrer Region vor allem den Islam verantwortlich, der patriarchale Strukturen zementiere und Ungerechtigkeiten rechtfertige.

Zuhair zeigt mir ihre WhatsApp-Nachrichten, die sie in der letzten Zeit erhalten hatte. Es ist eine Flut an Beleidigungen. Sie sind vorwiegend sexuell degradierend und extrem frauenfeindlich. Was bei diesen Nachrichten auffällt ist, dass immer wieder auf einen Mann namens Mohammed Mandalawi, Spitzname Bunea, Bezug genommen wird. Zitat: „Ich werde meinen Freund  Mohammed Bunea, der in Deutschland ist, sagen, er soll dir in deine verschimmelte F**** treten.“

Mohammed Mandalawi

Mohammed Mandalawi ist der Anführer der in Essen neu gegründeten Rockergang „Al-Salam 313“. Die 313 bezieht sich auf die 313 Gefährten des Iman Al-Mahdi. Das Logo der Rockerbande ist eine weiße Taube. Dies ist auch das Symbol der paramilitärischen Einheit „Jaish al-Mahdi“, die auch Todesschwadronen im Irak gestellt haben soll. Die „Jaish al-Mahdi“, oder auch „Friedensbrigaden“, unterstehen dem einflussreichen geistlichen Politiker  Al-Sadr. Sie sind militärisch ausgebildet und waren bei den Angriffen gegen den IS in Mossul beteiligt. Als einer der Vertreter von Al-Sadr, Muhammed Talakani, Deutschland besuchte, ließ sich Mohammed Mandalawi mit ihm mehrmals bei gemeinsamen privaten Unternehmungen ablichten.

Mohammed Mandalawi mit Muhammed Talakani

Worood Zuhair sagt „Muhammed Talakani ist ein religiöser Hetzer. Kurz nachdem er sich über das sündige Verhalten der irakischen Bloggerin Tara Fares in einer öffentlichen Rede geäußert hatte, wurde sie erschossen.“ Zuhair sieht sich nun hier in Deutschland mit denselben Gruppen konfrontiert, vor denen sie seinerzeit geflohen ist. Gruppen, die auf Kritik am Islam nur eine Antwort kennen. Die die westliche Kultur ablehnen. Sie fürchtet nun, dass es eine ähnliche Vergeltungsaktion gegen sie geben wird, wie es sie gegen Tara Fares gab.

Zuhairs Befürchtungen sind durchaus berechtigt. Auf der einen Seite eine junge Frau, die nur das Wort hat und im Internet für mehr Freiheit und gegen die Entrechtung der Frau in der islamischen Kultur kämpft. Auf der anderen Seite eine bewaffnete Miliz, vernetzt in die Politik, schwer bewaffnet und militärisch ausgebildet.

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Erneut Angriff auf atheistischen Ex-Muslim

Rany E. kurz nach dem Angriff

Am frühen Sonntag Nachmittag, dem 28.04.2019, betrat der verängstigte Rany E. die Ambulanz in Bremerhaven. Neben Wunden am Oberarm hatte er auch ein stark geschwollenes Sprunggelenk, sodass er sich nur noch humpelnd fortbewegen konnte. Er wurde mit einer Eisenstange attackiert. Dies war nur einer der letzten Fälle von Übergriffen gegen atheistische Ex-Muslime in deutschen Camps.

Menschen, die wir in Deutschland unterstützen erfahren immer wieder Übergriffe von anderen Mitgeflüchteten. So wurde erst letzte Woche eine Mutter von vier Kindern von anderen Bewohnern geschlagen, da sie eine Wurst mit Schweinefleisch aß. Auch in der Vergangenheit erhielten wir Berichte von Männern, die Verbrennungen hatten oder deren Handys zerstört wurden. Dabei handelt es sich nur um die Höhepunkte eines Martyriums aus Mobbing und Beschimpfungen, dem diese Menschen tagtäglich ausgesetzt sind.

So werden Frauen auch oft als sexuelles Freiwild gesehen. Abgesehen von den tagtäglichen Zudringlichkeiten, derer sich die Frauen erwehren müssen, wurde uns auch oft von sexuellen Nötigungen und Übergriffen in den Camps berichtet, .

Rany E. sagt, er hat große Sorge, ob er sicher ist in Deutschland. Er ist vor eben jenen Menschen geflohen, mit denen er hier zusammenleben muss. Die Säkulare Flüchtlingshilfe e.V. fordert, dass atheistische Ex-Muslime mit Nicht-Muslimen untergebracht werden. In einem normalen Camp sind sie nicht sicher – vor allem nicht in dem nun beginnenden Ramadan.

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Wohnsitzauflage gefährdet homosexuellen Geflüchteten

Abdulrahman Akkad

Abdl Akadd Abdulrahman hat eine lange Odyssee hinter sich. Der junge Mann aus Syrien outete sich vor eineinhalb Jahren öffentlich als homosexuell. Er postete ein Video auf Facebook, aufgrund dessen er Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt war.  Daraufhin beantragte er, dass seine Wohnsitzauflage in eine Stadt in eine andere Region verlegt werde. Als sich das Verfahren hinzog, musste er wegziehen und war genötigt aus Sicherheitsgründen gegen die Wohnsitzauflage zu verstoßen. Nachdem er monatelang hin- und hergezogen war, da er sich keine eigene Wohnung in einer anderen Region anmieten konnte, wurde, nachdem er mit Nachdruck im Ausländeramt auf seine prekäre Lage hingewiesen hatte, endlich die Wohnsitzauflage komplett gestrichen.

Es muss nach Ansicht der Säkularen Flüchtlingshilfe e.V. ein anderes Verfahren im Bezug auf die Wohnsitzauflage gefunden werden. Wir unterstützen die Wohnsitzauflage als Instrument um Integration zu fördern, jedoch muss bei einer Gruppe, die sich auch hier Verfolgung ausgesetzt sieht, die Wohnsitzauflage ersatzlos gestrichen werden. Dies ist gesetzlich auch möglich. Zudem haben die Betroffenen, bei denen es sich meist um säkular und aufgeklärt denkende Menschen handelt, kein Problem sich hier zu integrieren, da sie unsere freiheitlichen Werte in besonderem Maße teilen.

 

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Mauretanien: Muslime fordern Tod eines atheistischen Bloggers

Als Yahya Ekhou am Morgen des 1. März in seinem Zimmer im Norden Deutschlands den Tag begann, ahnte er nicht, welche Welle des Hasses im Internet über ihn hereingebrochen war. Viele Menschen forderten seinen Tod. Unter ihnen auch ein Vertreter des Parlaments. Anlass für diese extremen Reaktionen gab ein Post von Herrn Ekhou. Dort fragte er, bezugnehmend auf das Zugunglück, dass sich am 27. Februar 2019 in Kairo ereignet hatte, wieso ein Gott so vielen Gläubigen etwas so entsetzliches antun kann.
Da es nicht auszuschließen ist, dass er auch hier in Deutschland angegriffen wird, hat die Säkulare Flüchtlingshilfe e.V.  die Polizei vor Ort informiert. Diese hat daraufhin Beamte zur weiteren Befragung zu ihm geschickt.

Yahya Mustafa Ekhou am 16. November 2018 in Berlin
Yahya Mustafa Ekhou am 16. November 2018 in Berlin.

Herr Ekhou ist der Säkularen Flüchtlingshilfe e.V. schon lange als engagierter Kämpfer für die Freiheit und die Menschenrechte bekannt. So nahm er auch bei der Veranstaltung „Islam und Menschenrechte – Verschiedene Kulturen, dieselben Probleme?“ auf dem Podium teil.

Da sein Asylgesuch abgelehnt wurde, befindet er sich derzeit im Revisionsverfahren. Die neuesten Entwicklungen zeigen aber wieder einmal, warum Atheisten nicht in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden können, da sie dort schutzlos der islamischen Gesetzgebung ausgesetzt sind, die für die Abkehr vom Islam oftmals die Todesstrafe vorsieht.

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Ersatzlose Streichung der Wohnsitzauflage für atheistische Geflüchtete

Atheistische Geflüchtete sehen sich oft besonderen Gefahren ausgesetzt. So werden sie von manchen anderen Menschen muslimischen Glaubens als Verräter angesehen, da sie ihre Religion verlassen haben. Manchmal kann dies sogar in körperlichen Übergriffen enden. Außerdem werden atheistische Frauen mit muslimischem Hintergrund oft als sexuelles Freiwild gesehen und entsprechend belästigt. Weiterhin sind vor allem Frauen aus Saudi-Arabien in der besonderen Situation, dass ihre Familie jederzeit einreisen kann. Zudem zeigt die Erfahrung sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern, dass die saudische Botschaft aktiv versucht geflohene Frauen nach Saudi-Arabien zurückzubringen. (siehe DW-Artikel: https://www.dw.com/de/bedrohte-saudische-frauen-in-deutschland-wir-werden-dich-kriegen/a-47562270)

Somit ist diese Gruppe auch in Deutschland nicht wirklich sicher und bedarf besonderen Schutz.

Daher fordern wir, dass bei einer Anerkennung des Asyls aufgrund von Atheismus nach §12a AufenthG (§12a Abs. 2c) wegen besonderer Gefährdung des Betroffenen die Wohnsitzauflage ersatzlos gestrichen wird!

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Sherif Gaber, ägyptischer Blogger, braucht dringend Hilfe

Im Oktober 2018 wurde der Pass des Bloggers Sherif Gaber an einem ägyptischen Flughafen beschlagnahmt. Er kann das Land nicht mehr verlassen. Außerdem laufen verschiedene „Blasphemie“-Anklagen gegen ihn.

Bitte teilt dieses Video!
(Das Video hat Englischen Untertitel)

“ – After many months of trying everything, I decided to make this video. In it, I share many details about my situation and why it’s more complicated than many people think. I also couldn’t share some other more important details because of how dangerous it will be. For example, all the details about booking the flights with the names of the hotels and the ticket numbers that I’ve booked. Such details will reveal a lot of info that some people can track me with. Also, things that happened to me while being interrogated and while in prison but I couldn’t share it. But if one day I left Egypt, I’ll talk about all this publicly with evidence so that you understand more about this country and why I had to leave.

“ – Some of you who have contacted me in the past few months know how much I’ve tried and know how unpleasant it is for me to make this video. I already know how hard it’s to get that money and how almost impossible for a country to give me citizenship while I’m in here but I’m doing this for me. I can’t give up now. There’s so much in this life that’s worth living for.

“ – I never asked to share, comment or even like any of my videos. But this time I need that. Every support I get and every share gets me closer to freedom.

“Please share this video.

“Thank you”

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Geflohene Saudi-Araberin Rahad Mohammed Alkunun vorerst in Sicherheit

Die saudische Staatsbürgerin Rahad Alkunun wollte vor einer Zwangsheirat nach Australien flüchten. Auf dem Flug dorthin wurde sie in Bangkok, Thailand an der Weiterreise gehindert. Vertreter der saudischen und kuwaitischen Botschaft fingen sie im Transitbereich ab, wo sie laut ihrer Aussage ihren Pass beschlagnahmten. Menschenrechtsorganisationen waren alarmiert und verhinderten vorerst eine Rückführung von Frau Alkunun.

Die Säkulare Flüchtlingshilfe betont schon seit langem die besondere Gefährdungssituation von Menschen, die theokratische Systeme verlassen möchten. So sind diese Betroffenen nie wirklich sicher. Es kann jederzeit passieren, dass ein Familienmitglied auch in Deutschland einen sogenannten „Ehrenmord“ an ihnen begeht. So treten wir dafür ein, dass bei der Anerkennung ex-muslimischer AsylbewerberInnen automatisch eine Auskunftssperre erteilt wird und auf eine Wohnortauflage, wonach Geflüchtete und anerkannte AsylbewerberInnen für drei Jahre in einer bestimmten Region wohnhaft sein müssen, verzichtet wird. So ist es für Verfolger schwer, sie in Deutschland aufzuspüren.

https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-flucht-vor-der-familie-saudi-araberin-soll-doch-nicht-aus-thailand-abgeschoben-werden/23834854.html

http://www.spiegel.de/video/thailand-junge-asylsuchende-aus-saudi-arabien-wird-vorerst-nicht-abgeschoben-video-99024004.html

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